• Christine Ströhlein

N ... wie Nase

Die Hundenase – so wie meine – ist absolut anfällig für viele Menschenküsse. Man kann mit ihr außerdem Mamas Essen und die Leckerli aller Hundeschulengäste finden, sie tief in Mäuselöcher stecken, sie schnüffelnd in den Wind halten, lustige Bilder auf Fensterscheiben malen und manchmal kann man sie sogar ganz fest in Mamas Gesicht drücken, um ihr zu sagen, wie sehr man sie liebt. Aber was kann die Hundenase eigentlich noch?


Im Gegensatz zu den Menschennasen, die nur ein paar wenige Millionen Riechzellen besitzt, verfügen Hunde je nach Rasse und Körpergröße bis zum 50fachen Wert und können damit Spuren über Distanzen von bis zu 3 km oder 8 m in die Tiefe aufnehmen. Wahnsinn, oder?


Kommen die Welpen auf die Welt, ist die Nase anfangs das wichtigste Sinnesorgan. Und auch im Laufe des gesamten Hundelebens ist der extrem ausgebildete Geruchssinn immens wichtig für den Vierbeiner. Viele Rassen eignen sich besonders gut für die Ausbildung im Rettungseinsatz, als Suchhunde bei der Polizei (Sprengstoff, Drogen,…), als Spürhunde beim Jäger oder als Assistenzhunde, die Krankheiten ihrer Menschen riechen können und so rechtzeitig vor Diabetes- oder Epilepsieschüben warnen oder auch Krebs erkennen.


Aber auch, wenn dein Hund einfach nur dein Alltagsbegleiter ist, möchte er seine feinen Sinne gerne nutzen und ausleben dürfen. Von einfachen Suchspielen bis hin zum professionellen Mantrailing oder Fährtenarbeit ist alles möglich. Schnüffelteppiche gibt es inzwischen fast überall zu kaufen, aber natürlich kannst du auch ganz einfach aus verschiedenen Haushaltsgegenständen etwas vorbereiten. Verstecke für den Anfang einfach gut riechende Leckerlis bzw. Käse- oder Wurststücken unter Bechern, Handtüchern, auf einem Stuhl, hinter dem Sofa, … und schicke deinen Hund suchen. Auch eine Handvoll breit ausgestreute kleine Futterbrocken werden super gerne gesucht und gefressen.


Für draußen, also beim Spaziergang, empfiehlt dir Mama den Zauberbaum – das ist eine tolle Möglichkeit, ruhiges Warten mit Riechen und Schmecken (der Suche) zu verstärken. Dein Hund wartet im Sitz oder Platz, während du einige weiche Leckerlis in eine Baumrinde steckst. Wenn du fertig bist, gehst du zurück zu deinem Hund, wartest im Idealfall auf seinen Blickkontakt und schickst ihn dann los. Er darf schnüffeln und sich seine Belohnung vom Baum holen. Profis können auch mehrere nebeneinanderstehende Bäume nutzen und viele Leckerlis gleichzeitig verstecken. Gerne kannst du dabei viel in der Höhe variieren, so dass dein Hund sich auch mal strecken oder ganz auf den Boden legen muss, um an seine „Beute“ zu kommen. Natürlich kannst du z.B. auch Leberwurst an den Stamm schmieren. Und falls dein Liebling das Futter beim ersten Durchlauf nicht sofort findet - vor allem, wenn es über seinem Kopf versteckt wurde - dann helfe ihm, indem du es ihm mit deiner Hand zeigst. Aber Achtung! Wenn dein Hund Rücken- oder Hüftprobleme hat, verzichte lieber auf diese „Turnübungen“ und verstecke die Futterbrocken nur am unteren Ende des Baumstamms oder auf Kopfhöhe.


Übrigens ist der Nasenabdruck deines Hundes weltweit genauso einzigartig wie dein eigener Fingerabdruck! Und beide Nasenlöcher funktionieren separat! Auch menschliche Gefühle wie Freude, Angst, Wut oder Trauer können von den Vierbeinern wahrgenommen werden. Bei alldem riechen Hund mit platten Nasen, nicht so gut wie etwa wir Galgolangnasen 😘. Und auch spannend ist, dass Hündinnen – also auch wieder ich 😊 – die meisten Düfte noch ausgeprägter aufnehmen als Rüden.

Machst du gemeinsam mit deinem Hund irgendeine Form der Nasenarbeit? Wenn ja, was ist dein Favorit? Ich liebe Futtersuche am meisten 😉.

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