• Christine Ströhlein

M ... wie Martinstag

Heute ist Martinstag, auch Sankt-Martin, Martinsfest oder Martini genannt. Das ist exakt immer am 11. November und leitet sich von der Grablegung des Bischofs „Martin von Tours“ im Jahr 397 ab.

Es gibt zahlreiche Bräuche hier bei uns in Europa, z.B. das Martinsfeuer, das Essen von Martinsgänsen und das Martinssingen, wobei heutzutage oft Kinder mit teils selbstgebastelten Laternen durch die Straßen ziehen und auch gerne von Pferd und Reiter begleitet werden, um den heiligen Martin darzustellen. Sein Rollenspiel mit der Mantelteilung soll den Jungen und Mädchen die Wichtigkeit des gegenseitigen Helfens und Miteinanders verdeutlichen. Die christliche Legende erzählt nämlich, dass dieser „Martin von Tours“, der Soldat in der römischen Armee war, einst in einer bitterkalten Nacht einen frierenden Bettler sitzen sah. Aus Mitleid mit ihm schnitt er seinen Umgang in zwei Hälften und gab einen Teil dem Bettler. In der darauffolgenden Nacht träumte Martin, dass sich eben dieser Bettler als Jesus Christus zu erkennen gab.

Das wusstest du sicher, oder? Aber weißt du auch, warum Kinder Laternen basteln? Das hängt mit einer Bibelstelle des Martinstages zusammen, in der Licht eine ganz wichtige Rolle spielt. Außerdem gab es früher am Abend vor Feiertagen häufig Lichterprozessionen. Ursprünglich nahm man hierzu offene Fackeln her, im Laufe der Jahre hat sich dies zu den heute bekannten Laternen weiterentwickelt.

Falls du Kinder hast und Laternen basteln möchtest, habe ich hier eine ganz einfache Idee für dich! Du musst eigentlich nur einen Luftballon aufblasen, ihn vorsichtig mit in Tapetenkleister gedrückte bunte dünne Papierschnipsel oder transparente Stückchen bekleben (am besten in 2-3 Schichten) und oben eine Öffnung lassen. Wenn alles trocken und fest ist, kannst du den Luftballon zerstechen, die Reste aus der Öffnung holen, alles noch – wenn du möchtest – bemalen oder gestalten, und am Ende neben der Öffnung durch zwei Löcher, die du dort anbringst, einen Draht befestigen. Hieran kommt nun der Laternenstab mit integrierter LED-Leuchte und fertig ist deine Martinslaterne!

Und warum ist man nun traditioneller Weise Gänse? Hierzu erzählt dir die Legende, dass Martin sich einst in einem Gänsestall versteckte, weil er zu bescheiden war, das Amt des Bischofs anzunehmen, welches ihm die Einwohner von Tours wegen seiner Hilfsbereitschaft verleihen wollten. Die Gänse schnatterten jedoch wegen des Eindringlings so laut, dass er unweigerlich gefunden werden musste. Ein Brauch war früher aber auch, dass mit dem Martinstag das Wirtschaftsjahr der Bauern endete und alles, was nicht über den Winter gefüttert werden konnte, geschlachtet wurde. So gab es eben oftmals eine Gans auf dem Abendtisch.

Übrigens, es heißt zwar „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, aber weißt du, dass Gänsefleisch auch für uns Hunde sehr bekömmlich ist? Es enthält viele nahrhafte Proteine und vor allem auch einen hohen Anteil an lebenswichtiger Linolsäure.

Die Martinsgans wird bei den Menschen üblicherweise mit Rotkohl und Klößen gegessen, wobei Mama ja seit vielen Jahren Vegetarierin ist und daher auf diesen Brauch verzichtet. Aber sie teilt gerne ihr „früheres“ Lieblingsrezept mit dir (4 Portionen)!

800 g Gänsebrust waschen und trockentupfen. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen und in einen genügend großen Bräter legen. Backofen auf 200°C vorheizen. Gänsebrust etwa 60 min braten, zwischendurch mit dem entstandenen Bratensaft begießen. 2 Dosen Maronen (425 g) abtropfen lassen. 800 g Kartoffeln waschen, 3 Äpfel schälen, 200 g Schalotten abziehen und alles in Achtel schneiden. Maronen, Kartoffeln, Äpfel und 2 Zweige Rosmarin nach der Hälfte der Garzeit um die Gänsebrust verteilen. Nach der Garzeit Gänsebrust und Gemüse auf einer Platte anrichten und warm stellen. Bratenfond entfetten, 250 ml Apfelsaft, 250 ml Gänsefond (ersatzweise Geflügelbrühe) und 100 ml Glühwein angießen. Sauce mit 3 EL Nutella, Salz und Pfeffer abschmecken. Zu der Gänsebrust und dem Gemüse servieren. Nach Wunsch mit Rosmarin garnieren.

Guten Appetit – und markiere doch bitte einen Freund, der dieses Rezept ganz sicher genauso lecker finden wird wie du!

Auf dem Foto siehst du übrigens Nils… keine typische weiße Martinsgans, aber dafür ein Hundespielzeug, das es in Mamas Laden gibt 😉.

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